Spannend für die Kinder

Die Baustelle ist bei den Schülerinnen und Schülern eine beliebte Unterhaltung

Jannes und Linus steuern Bagger und Kipplaster per Joystick

Jannes und Linus steuern Bagger und Kipplaster per Joystick

Jannes und Linus aus der 4b hocken gemütlich auf der Fensterbank im Flur und machen eine alterstypische Handbewegung: Sie lassen die hochgereckten Daumen über den beballten Fäusten kreisen. Auf die Frage, was sie denn dort tun, antworten die beiden: „Wir spielen PS4, ich bin der Bagger und Linus ist der Laster.“ Sie setzen Blinker, fahren vor und zurück und sind völlig vertieft in ihrem Spiel. 

Schulleiterin Ilka Wilke erzählt, dass die Fenster im Flur – die einzigen in der Schule, die einen Blick auf die Baustelle zulassen – wahre Logenplätze für die Kinder sind. Regelmäßig hocken sie auf den Bänken davor und kommentieren das Geschehen. „Für die Kinder ist die Baustelle gar kein Störfaktor, sondern eine Bereicherung des Schul-Alltags“, freut sich Ilka Wilke. Ein großes Glück sei es allerdings, dass das Baugeschehen nur vom Flur aus zu sehen sei. „Sonst könnten wir nicht gut unterrichten.“

Nico stellt in der Pause das Baugeschehen nach

Nico stellt in der Pause das Baugeschehen nach

In der großen Pause spielen die Schülerinnen und Schüler hinter dem Haus, im Sandkasten und auf der großen Wiese. Auch hier spielt das Baustellengeschehen eine Rolle: Mit Baggern und Kipplastern aus der Spielzeugkiste stellen die Kinder das Geschehen nach.

„Bei der Einschulung waren manche Eltern noch verwundert und fragten sich, ob hier überhaupt unterrichtet werden kann“, berichtet Ilka Wilke. Doch im Inneren des Schulgebäudes sei von den bisherigen Abrissarbeiten kaum etwas zu merken. Nur eine Glastür ist mit einer Plane verhängt, das ist alles, was man innen bemerkt. „So ist es für die Kinder nicht erschreckend, dass ein Teil der Schule fehlt“, freut sich die Schulleiterin.