Rückblick und Ausblick

Zwei Pädagogik-Studentinnen interviewten die Baugruppe

Regal breit

Annika Biel und Nadine Mueller-Raschdau sind Studentinnen der Lüneburger Leuphana-Universität. Sie haben bereits im Sommer 2015 den Rohbau der Clenzer Schule besucht und mit Schulleiterin Ilka Wilke und Architekt Ralf Pohlmann ein Gespräch über das Konzept der Lernlandschaften geführt.

Nachdem die beiden jungen Frauen sich im Rahmen ihres Studium mit weiteren pädagogischen Konzepten beschäftigt haben, haben sie beschlossen, ihre Masterarbeit über die Arbeit der Lehrer an der Astrid-Lindgren Schule zu schreiben. Zu diesem Zweck haben die Studentinnen Mitglieder der Baugruppe zu einem Interview geladen und wollten wissen: Wie fand sich die Gruppe und wie kam es überhaupt zu der Idee, ein ganz neues Haus mit neuem pädagogischem Konzept zu bauen? Was waren Höhen und Tiefen? Wo gab es Reibung und wie ist die Stimmung jetzt in der neuen Schule?

Geduldig haben Ilka Wilke, Christine Ahrens von der Schule, Ralf Pohlmann, Dr. Günther Nemetschek vom Samtgemeinderat und Claudia Lange und Marcus als Schulträger die Fragen beantwortet. „Ich habe viel gelernt“, sagt Claudia Lange von der Samtgemeinde. Sie freue sich darauf, ihr neues Wissen über die Bedarfe und Gegebenheiten an Schulen in weitere Projekte einzubringen. Auch Ralf Pohlmann gab zu, zu Beginn des Projektes mehr pädagogische Bücher als Literatur über Architektur gelesen zu haben. „Ich wollte gern auf Augenhöhe sein und wissen, worüber wir sprechen“ erinnerte sich der Architekt.

„Die Arbeit in der kleinen Gruppe hat uns zusammengeschweißt, weil es einen sachlichen Bezug gab“ sagte Dr. Günther Nemetschek. Getragen von guten Ideen und viel Inspiration sei man damals nach Hause gekommen. Er, zur Zeit der „Phase-0“ gerade frisch pensioniert, habe sich angesichts der spannenden pädagogischen Ansätze so manches Mal gewünscht, noch einmal Lehrer sein zu dürfen.

„Reibung gibt es bei so großen Projekten natürlich immer wieder“ erinnerte sich Ilka Wilke. Sie nehme inzwischen zum Beispiel Baugeräusche ganz anders wahr als zu Beginn der Bauarbeiten. Auch die Schließung der Schulen in Bergen und Schnega sei ein spürbar schwieriger Punkt für alle gewesen, denn die Enttäuschung vieler Eltern aus den beiden Gemeinden hätte natürlich auch Einfluss auf die Stimmung in Clenze gehabt.

Nun ist die Schule zumindest innen fertig gestellt und die Schüler haben das Haus bezogen. Tischlerschuppen„Zwei bis drei Monate“ so schätzt es Ralf Pohlmann ein, wird es dauern, bis alle im neuen Haus richtig angekommen sein werden. Dafür haben die Schüler schon viel getan: Es hängen Blumengirlanden und Bilder an den Wänden, die Regale und Schränke sind gefüllt, die Tische belebt. Draußen tragen Bagger und Laster die letzten großen Betonbrocken des alten Gebäudes ab. Ein einsamer Baum steht, von Latten geschützt, mitten in einer großen Wüste. Die Platten für die fünfte Lernlandschaft und den Tischlerschuppen sind bereits gegossen. „Nach den Sommerferien scheint tatsächlich alles fertig zu sein“ freut sich Christine Ahrens.