Erstes Kennenlernen

Taka-Tuka und Katthult treffen „Schul-Erfinder“

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Begrüßung im Wir-Raum durch Ralf Pohlmann

War die Baustelle bisher erfüllt von Säge-, Schleif- und Klopfgeräuschen, erschallten am Donnerstag Kinderstimmen im Wir-Raum des neuen Schulgebäudes. Die Erst- und Zweitklässler der Schule waren gekommen, um sich die Baustelle von Architekt Ralf Pohlmann erklären zu lassen und schon mal Tuchfühlung aufzunehmen. In etwa drei Wochen ziehen die Kinder ein und sind aufgeregt und fröhlich bei der Sache.

Noch ist der Nadelvlies im Musikraum mit einer Folie abgedeckt, die das ganze aussehen lässt wie das Meer in der „Augsburger Puppenkiste“. Als die Kinder dort im Kreis platznehmen, um erste Details vom Ralf Pohlmann erklärt zu bekommen, verlassen ein paar aufgeschreckte Handwerker den Raum, Brotdosen und Thermoskannen in den Händen. Sie wollten hier friedlich frühstücken, damit ist es nun vorbei. Ralf Pohlmann erklärt, dass der Musikraum sich sowohl in Richtung Wir-Raum als auch nach draußen in den Schulhof bespielen und als Bühne nutzen lässt.

Weiter geht es, Klos begucken und die erste Lernlandschaft ansehen. Hier findet eine Fragerunde statt. Die Kinder haben ein tolles Redesystem, wer sich meldet, darf fragen und dann den nächsten Frager aussuchen. So kommt jedes Kind zu Wort. Und die Fragen sind zahlreich, und Ralf Pohlmann antwortet geduldig und ausführlich:

„Wann ist der Schulhof fertig?“ (Nach den Sommerferien.)
„Gibt es Rauchmelder?“ (Selbstverständlich!)
„Wo sind die anderen Klassen untergebracht?“ (In den Lernlandschaften über uns und in der anderen Ecke des Gebäudes.)
„Gibt es eine Kettcar-Bahn auf dem Schulhof?“ (Alle asphaltierten Flächen rund um die Schule eignen sich prima zum Kettcar-Fahren!)
„Was wird aus dem alten Schulhof?“ (Der wird zum Teil so bleiben wie er ist und zum Teil wird er noch verschönert.)
„Und dürfen wir dann da auch spielen?“ (Ja, klar!)
„Gibt es Notausgänge?“ (Jede Menge, in jeder Lernlandschaft sowieso.)
Die Integrationshelferin, die die Klasse begleitet, findet das eine Fenster, das sich öffnen lässt, ein bisschen wenig für so einen großen Raum. Ralf Pohlmann erklärt ihr die Funktionalität der Lüftungsanlage, die ein Lüften über Fenster überflüssig macht.
Das Thema Feuer beschäftigt die Kinder noch eine Weile, es wird besprochen, wozu das rote Alarmhorn an der Wand da ist, und dass alle schnell das Gebäude verlassen können, wenn es einen Feueralarm gibt. Auch die Außentreppen, die es für die Lernlandschaften im ersten Stock geben wird, sorgen für Beruhigung. „Ich bin in der Floriangruppe der Feuerwehr, und mein Papa ist Feuerwehrmann“, sagt Lennox noch beruhigend und schließt damit das Thema ab.

In einer Lernlandschaft im ersten Stock nimmt sich die Lehrerin Catharina Voß Zeit, den Kindern zu erklären, wie so eine Lernlandschaft funktionieren wird: „Das ist hier wie eine Wohnung für uns alle“, sagt sie. „Wir haben eine eigene Garderobe, in der wir unsere Hausschuhe anziehen können, wir haben eine große Lernlandschaft und eigene Klos und zwei Räume, in denen wir in kleineren Gruppen arbeiten können. Und: Wir haben eine eigene Küche und müssen nicht mehr durch die ganze Schule laufen, wenn wir mal etwas kochen möchten!“ Das gefällt allen prima, die Spürnasen unter den Kindern haben bereits die Anschlüsse für die Küche entdeckt, die in einem der Gruppenräume aus der Wand ragen.

Catharina Voß erklärt den Kindern auch die Arbeit von Ralf Pohlmann: „Wisst Ihr, was ein Architekt ist? Das ist der Erfinder dieser Schule. Der hat sich das alles ausgedacht!“ Die Kinder sind ein bisschen beeindruckt. Aber eigentlich ist schon nach der Hälfte der Führung der Blick aus den riesigen Fensterscheiben attraktiver als lange Erklärungen. Auf die Frage, wie sie die großen Fenster finden kommt ein einstimmiges „Guuuuuut!“ aus den Kinderkehlen. Und sonst? „Die Lichter im Wir-Raum!“ sagen Julia und Margarethe und meinen damit die schönen großen bunten Ringe, die an der Decke des Wir-Raums die Strahler verkleiden. In den Farben rot, grün, gelb und blau weisen sie auf die Farben der Lernlandschaften hin und sind auch so montiert, dass jedes Kind die Lage der jeweiligen Lernlandschaft sofort erfassen kann: Rechts und Links, oben und unten versetzt hängen die Ringe an der Decke.
Leon gefällt, dass die Lernlandschaften so schön groß sind, Klara und Moana mögen die Bühnen im Musikraum und freuen sich schon auf erste Aufführungen der Theater-AG. Joschi möchte im Musikraum gern mal eine Disco veranstalten und überhaupt finden alle die ganze neue Schule ziemlich toll.

Nach so viel positivem Feedback begleitet Ralf Pohlmann die Gruppe fröhlich wieder zum Ausgang des Gebäudes. Die Kinder verabschieden sich und können trockenen Fußes über die asphaltiere Außenfläche zurück ins alte Schulhaus gehen.

Drinnen sind die Maler derweil dabei, die Fensterrahmen zu lasieren. In den Lernlandschaften werden die farbigen Ringe unter den Tageslichtlampen montiert – passend zur Farbe der jeweiligen Lernlandschaft in rot, grün, gelb oder blau. Noch sieht es nach Baustelle aus. Doch schon bald kommen die Möbel, und nach den Osterferien wird die Schule in Besitz genommen.