Das pädagogische Konzept der neuen Schule

Wie ist das Lernen in der Grundschule Clenze organisiert? Schulleiterin Ilka Wilke erklärt das neue Lernkonzept:

Wir arbeiten in 5 Lernlandschaften (LL) mit jeweils etwa 40 Kindern und zwei Lehrkräften (plus zeitweilig der Schulsozialarbeiterin/ Förderschullehrkraft etc).
Vier Lernlandschaften sind nach Jahrgängen zusammengesetzt, eine ist jahrgangsübergreifend und kooperiert mit einer Klasse der Wendlandschule Dannenberg (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung).
Die Kinder bleiben vier Jahre lang in ihrer Lernlandschaft, die Gruppe und das Lehrerteam bleibt möglichst stabil. Ein starker Fokus wird auch auf die Bildung von Beziehungen und Gruppengemeinschaft gelegt. Insbesondere in 4 Jahren stabil bleibenden Gruppen kann das soziale Miteinander gut angebahnt und gefestigt werden. Wir sehen bei der geplanten Organisationsform optimale Bedingungen, Gruppen passend zusammenzustellen. Zudem bietet die Großgruppe in der Lernlandschaft den Kindern Wahlmöglichkeiten von Arbeits- und Spielpartnern.
Innerhalb der Lernlandschaften gibt es zwei feste Halbgruppen von etwa 20 Kindern, die jeweils einer Lehrkraft zugeordnet sind.
Den Deutsch-/ Mathematik- und z.T. im Sachunterricht haben alle Kinder einer Lernlandschaft parallel, um folgende Vorteile zu nutzen:
Immer mindestens eine Lehrkraft ist Ansprechpartnerin in der LL, in der Flüsterkultur herrscht. Hier arbeitet jedes Kind für sich an seinen Aufgaben. Zeitgleich können die beiden Nebenräume für das Unterrichten und Arbeiten von Gruppen, angeleitet oder begleitet durch eine Lehrkraft, genutzt werden. Auch das kooperative Arbeiten wird hier stattfinden. Diese Gruppen werden entsprechend der Kompetenzen der SchülerInnen zusammengestellt.
In den Gruppenräumen soll Austausch, Gespräch und die gemeinsame Arbeit stattfinden. In der großen Lernlandschaft hat jedes Kind seinen festen, persönlich gestalteten Stillarbeitsplatz mit seinem Schrankfach für seine Arbeitsutensilien anbei.
Der Fachunterricht (Kunst/ Werken / TG, Religion, Musik, Sport) wird weitgehend in den festen Halbgruppen in den Fach- oder Gruppenräumen erteilt werden. Auch im jahrgangs-übergreifendem Unterricht wird in den Halbgruppen gearbeitet.

Jahrgangsübergreifende Elemente an der Grundschule Clenze

Jahrgangsübergreifender Unterricht bedeutet an der Grundschule Clenze für die Jahrgangs-Lernlandschaften, dass der erste Jahrgang mit dem dritten zusammenarbeitet und der zweite mit dem vierten. Es entstehen so feste Gruppen und Partnerschaften. Alle Kinder zwei Jahre lang „Patenkinder“ (Jahrgang 1 und 2) und zwei Jahre lang „Paten“ (Jahrgang 3 und 4) und wachsen somit in die Aufgabe des Fürsorgenden hinein.

 

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Die Zusammenarbeit mit dem Patenjahrgang läuft über 2 Jahre, sodass jedes Kind in der Grundschule einmal begrüßt wird und begrüßt/ verabschiedet und verabschiedet wird. Der Vorteil der Mischung zweier nicht aufeinanderfolgenden Jahrgängen ist der größere Altersunterschied, der das voneinander- und miteinander Lernen erleichtern soll. Die jüngeren Kinder erfahren so, was sie noch in ihrer Grundschulzeit erwartet und die älteren sind in ihrer Position als Fürsorgende schon gefestigter. Weiterhin sollen aus einigen der jahrgangsübergreifenden Sequenzen (ICH-Buch/ Schönschreibheft/ …) Portfolios erwachsen.

Im Schuljahr gibt es mehrere Projekttage, die jahrgangsübergreifend gestaltet sind, die Themen sind z.B. „Methodentag“, „Mathematiktag“, Gewaltprävention“, „berühmte Künstler“, „Weihnachtswerkstatt“ und „Weihnachtsbasten“ sowie ein freies Thema. Weiterhin findet alle 4 Jahre eine Projektwoche in Zusammenarbeit mit einem Zirkus statt, die mit einer Aufführung endet.

Jahrgangsübergreifender Unterricht 1-4

Da eine Jahrgangsmischung 1-4, die eine stabilere Gruppe ohne Lernlandschaftswechsel ermöglicht, laut Schulgesetz nur als Anwahlmöglichkeit und somit nicht alternativlos bestehen kann, ist diese als alleinige Organisationsform für die Grundschule Clenze nicht möglich.

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Wir werden, wenn die Schülerzahlen es erlauben, eine jahrgangsübergreifende Lernlandschaft 1-4 gründen, in der mit einer Kooperationsklasse der Wendlandschule gemeinsam gelernt wird. Diese Lernlandschaft kann von den Eltern angewählt werden. Auch diese Lernlandschaft bietet eine große Stabilität für Kinder und Lehrkräfte, weiterhin gibt es kein „Sitzenbleiben“.

Die Lernlandschaft 1-4 wird eng mit den anderen 4 Jahrgangslernlandschaften zusammenarbeiten.

5 Stunden in der Woche arbeiten alle Gruppen jahrgangsgemischt

Die Themen des jahrgangsübergreifenden Unterrichts kommen in den 4 Schuljahren der Grundschulzeit aus allen Fachbereichen, sind im schuleigenem Arbeitsplan implementiert, bauen aufeinander auf und ergänzen sich.
Die Fachkonferenzen beschließen in 2. HJ des SJ 2015/2016 die genauen Inhalte. Angedacht ist bisher:

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ÜBERBLICK:
Wie ist das Lernen in der Grundschule Clenze organisiert?

→ 4 oder 5 Lernlandschaften (je nach Schülerzahl)
→ jeweils etwa 40 Kindern
→ zwei Lehrkräften (plus zeitweilig der Schulsozialarbeiterin/ Förderschullehrkraft etc).
→ 4 Jahrgangs-Lernlandschaften
→ eine jahrgangsübergreifende Lernlandschaft 1-4 in Kooperation mit der Wendlandschule kann angewählt werden
→ Feste jahrgangsübergreifende Elemente (wöchentlich + Projekttage)
→ Die Kinder bleiben vier Jahre lang in ihrer Lernlandschaft,
→ Wesentliche Bestandteile unserer Arbeit:
* Kompetenzorientiertes, kooperatives Lernen
* wir unterrichten Kinder und nicht Fächer
* wir arbeiten individualisiert